Über mich

Anna 02Schon immer fühlte ich mich extrem zu Wasser hingezogen und entdeckte recht früh, dass Schwimmen und Wasser für mich mehr darstellt als nur Sport und Sportgerät; es ist für mich eine Heimat, Zuflucht und Leben. Nachdem ich mich als Kind und Jugendliche dem Schwimmsport widmete, lebte ich dann bis zum Alter von 29 Jahren, sportlich relativ abstinent. Als ich aus gesundheitlichen Gründen den Weg zurück zum Sport fand, landete ich beim Triathlon und anderen Ausdauersport-Events.

1998 absolvierte ich meinen ersten 12-Stunden Orientierungslauf in der Schweiz, den ich damals als 1. Frau und als 4. im Gesamteinlauf beendete. Und ich schwöre, niemand war darüber überraschter als ich selbst. Im darauffolgenden Jahr brachte ich meinen ersten Langdistanz-Trithlon erfolgreich ins Ziel; dem in den Folgejahren nicht nur viele Triathlons – von der Sprint- bis zur Langdistanz -, MTB-Marathon-rennen, Radrundfahrten, Straßenmarathons, Crossläufe und Langstreckenschwimmen quer über den gesamten Planeten; teils mit recht guten Ergebnissen folgten.

2007 zog ich mich vom aktiven Wettkampfsport zurück nur um 2013 den Weg zurück ins Wasser und zu meinen eigentlichen sportlichen Wurzeln wieder zu finden. Meinen ersten Wettkampf im Jahr 2013, ein 12-Stunden-Schwimmen, konnte ich dann auch gleich für mich entscheiden. Und schon wieder, war darüber niemand überraschter als ich. Stieg ich zunächst noch ins Wasser um für einen Freund Spendengelder zu sammeln; was sich dann jedoch aus gesundheitlichen Gründen seinerseits zerschlug, fraßen sich zwei Dinge in mir fest. Erstens das Schwimmen als solches und die unglaubliche Freude daran. Zweitens die Möglichkeit damit die Aufmerksamkeit auf Ziele zu lenken, die mir wichtig sind!

Während meines Trainings in Schwimmbädern, Flüssen und Seen sprechen mich immer wieder die unterschiedlichsten Menschen auf meine Motivation an und interessieren sich dafür, warum ich so intensiv schwimme und welche Strecken ich im Training und auch im Wettkampf zurücklege. Das Interesse der Menschen führe ich darauf zurück, dass ich in einem Alter bin in dem viele solche Leistungen nicht mehr unbedingt erwarten und auch darauf, dass es ihnen die Möglichkeit gibt, mein Tun ein wenig zu belächeln. Dennoch wird mein Treiben von vielen beachtet und auf eine seltsame Weise mit Respekt betrachtet. Auch können sich viele mit mir und dem was ich tue identifizieren, da es viel mit Disziplin und Willen zu tun hat.

Es liegt mir ein wenig am Herzen, Menschen anzusprechen, die sich als “zu alt“ oder zu klein oder auch als zu krank empfinden um etwas Neues zu beginnen, etwas zu ändern oder sich einen Traum zu erfüllen. Daran zu erinnern, dass es sich lohnt, sich für etwas zu begeistern, sich für etwas einzusetzen und auch mal neue – eigene Wege zu gehen. Ihre Neugier wieder zu entdecken und sich einen Traum, ihren Traum zu erfüllen. Auch und gerade, wenn andere darüber vielleicht den Kopf schütteln. Sie generell wieder an ihre Träume zu erinnern – von denen viele im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten sind.

Und all das um so stärker, als ich selbst im Herbst 2013 die Diagnose MS (Multiple Sklerose) erhielt und damit selbst erst einmal klar kommen musste. Und auch hier fand ich im Schwimmen eine Zuflucht und ein zu Hause. Behielt ich die Diagnose zu Anfang noch für mich, weihte ich nach und nach ein paar Freunde ein. Von denen dann auch die Idee kam, doch für eine MS-Stiftung schwimmend Spenden zu sammeln. Was ich mit der Begründung ablehnte, dass ich zukünftig nicht nur auf meine Diagnose reduziert werden möchte. Bis in mir die Erkenntnis wuchs, dass nicht die anderen es sind, die mich darauf reduzieren, sondern ich selbst. Und zwar dann, wenn ich alles, was damit zu tun hat, bewusst und wissentlich vermeide. Auch zukünftig werde ich die Krankheit nicht in den Vordergrund schieben, werde sie jedoch nicht mehr verschweigen – billige ich ihr so doch einen Stellenwert zu, der ihr nicht gebührt. Schließlich gehört das, was sich hinter diesen beiden Buchstaben verbirgt, genau so zu mir und meinem Leben dazu, wie meine Liebe zum Wasser, zum Schwimmen, zum Leben.

Auf meiner Reise haben sich ein paar Mitstreiter an meine Seite gestellt, die mich nicht nur mit Rat und Tat unterstützen, sondern auch mit materiellen Zuwendungen, die ein solches Unterfangen doch sehr erleichtern. Ich würde mich deshalb sehr freuen, wenn ihr diesen einfach mal einen Besuch abstattet. Vielleicht findet Ihr dort ja auch etwas, das Euch bei Euren Vorhaben unterstützt.

Anna