Last Christmas …

Dez0501

Nachdem ich, aus beruflichen und privaten Gründen volle 14 Tage nicht mehr in meinem See war, schmuggelten sich, wohl nicht ganz unberechtigter Weise, ein paar Zweifel in mein wirres Köpfchen, ob es mir den gelänge, mich heute in die Fluten zu stürzen ( Temperatur Luft und Wasser ca. 5 °C ).

Selbst auf dem 15-minütigen Fußweg zu meinem nassen Kleinod, sonst voller Vorfreude, drängten sich die Zweifel immer wieder in den Vordergrund. Kein gutes Zeichen.

Auch als ich ihn dann sah, so still und herrlich grün und einladend, fiepte noch der eine oder andere Zweifel auf.

Also packte ich mein Bündel, watete durch den Matsch am Ufer, packte meinen Müllsack auf den Selbigen und breitete meinen ganzen Krempel darauf aus. Genau in der Reihenfolge, in der ich das Zeugs brauchen werde, wenn ich wieder aus dem Wasser komme – sollte ich mich denn tatsächlich überwinden können. Denn eines hab ich schon gelernt: filigrane Handlungen sind nicht mehr möglich, wenn ich rauskomme. Das Filigranste, zu dem ich da noch in der Lage bin, ist in der Regel das “irgendwie reinkommen“ in die ausgeleierte Jogginghose und das Überziehen von Fleecepulli und Jacke. Reißverschlüsse zuziehen?, geht nicht. Zarte Verschlüsse zuhaken?, vergiss es. Socken über die Füße zerren?, Fehlanzeige. Dann halt barfuß in gefütterte Stiefel?, schön wärs.

So wird also schon das Handtuch zurecht gelegt, dann die Klamotten in der entsprechenden Reihenfolge, die Thermoskanne bereit gerückt ….

Da ich ja ein bekennendes Weichei bin, zerre ich also das kuschelige Neopren von Gerhard Buddy an meinen Luxuskörper, den ich wie immer am Rücken offen lasse und taste mich die ersten Schritte ins Wasser.

Und wieder einmal mehr fällt mir auf, wie viel Wasser ein Neoprenanzug an den Körper lässt – und das, wo ich doch erst bis zum Oberschenkel in dem nassen Element stehe.

Mtwapa_Creek

Meinen ganzen kleinen Mut zusammennehmend, tauche ich dann doch bis zum Hals in die kalten Fluten. Erinnerungen steigen in mir auf, an einen herrlich warmen Tag am Mtwapa Creek in Kenia, als ich von einem ganzen Regiment von Feuerameisen überfallen wurde. Fühlte sich irgendwie genauso an …..

Doch was soll ’s – jetzt war ich schon mal drin, also paddelte ich auch mit den mitgebrachten Entchen um die Wette; die lenken so schön vom kalten Wasser und den Millionen Nadelstichen ab.

Nach etwa 6 Minuten dann das Finale – jetzt wollte ich ’s wissen – die Gummihaut im Wasser abgestreift und – verdammte Hacke, die hält ja doch ganz schön viel Wasser vom Körper – und nochmals rein in das nasse Elixier. Und ich dachte schon, das kann gar nimmer schlimmer werden. Doch siehe da, nachdem sich die ersten Schmerzen in Wohlgefallen auflösten, war ich doch tatsächlich in der Lage, mich mit schwimmähnlichen Bewegungen von A nach B zu schaffen.

Hätte mir Mitte September, als ich mit der Kaltwassergewöhnung begann, jemand gesagt, dass ich Mitte Dezember in der Lage bin, mich bei der Temperatur im Wasser zu bewegen, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Insofern bin ich mehr als zufrieden mit mir und auch ein kleines bisschen stolz auf mich.

Somit stehen dann also als nächstes Ziel die “Ice Swimming German Open“ vom 9. bis 11. Januar in Burghausen auf dem Plan. Wenn auch nur die ganz kurze Strecke mit „Kopf-über-Wasser“, Warmduscher und Weichei halt. ;-).

Vielleicht hat ja noch jemand Lust, Zeit und Laune sich dort in die Fluten zu stürzen. Ihr könnt noch bis zum 1. Januar melden. Also – packt Eure Badesachen und Euren Mut und wir sehen uns dort.

In diesem Sinne hoffe ich, dass die zurückliegenden Weihnachtstage schon ganz in Eurem Sinne waren und wünsche Euch natürlich noch ein schönes „Restweihnachten“, wo immer Ihr auch seid und wie immer Ihr die Tage begeht.

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