Annas Gedanken

light-bulb_128

Heute wird ’s mal ein bisschen philosophisch….

Ein kluger Mensch sagte einmal, Leben ist das, was stattfindet, während man Pläne macht. So ging es dann auch mir diese Woche einmal mehr.

Wirbelt mein Leben eh gerade wieder einmal durch, und lauert da ein großes Abenteuer auf mich, so glaubte ausgerechnet diese Woche die MS, sie müsse mit mir in einen kleinen Dialog treten … War ja eigentlich klar, sowas kommt ja immer, wenn s grad nitt passt – wie n Pickel kurz vorm Date. Dementsprechend schleppend, bis total beschissen ging s dann auch stellenweise.

Heute dann aber, wie Phoenix aus der Asche und so fragte ich mich den ganzen Morgen, ob ich fit genug für meine Green Lady, meinen See bin; gegen Mittag beschloss ich dann, dass ich es bin. Und wie ich ’s war – ’n paar ’n 80 herrliche, traumverlorene Minuten.

Und vielleicht lag es ja an der vergangenen Woche oder vielleicht liegt es an dem, was vor mir liegt, auf meinem Weg zum See wurde mir heute wieder bewusst, wie unglaublich privilegiert ich bin und wie unglaublich dankbar ich sein kann und bin.

Im vergangenen September war ich das erste Mal in dem See – da war noch alles grün Drumherum und es war noch warm und man konnte zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedliche Vögel hören. Und stellenweise ahnte man auch den Herbst schon ein klein wenig.

Dann kam der Herbst und mit ihm unbeschreibliche Farben und fallende Blätter und ich schwamm durch ein wahres Farbenmeer und durch die ersten Nebel (auch das aller erste Mal in meinem Leben). Und die Stimmen im Wald veränderten sich.

Manche Vögel hörte man nicht mehr, dafür waren andere da. Die Melodie änderte sich. Die Bäume wurden kahler, der Wald insgesamt leerer und stiller, der Geruch um mich änderte sich. Und auch der See änderte sich – er wurde noch klarer, das Wasser noch weicher und ich schwamm noch immer im See, durfte noch immer im See schwimmen; bei Wind, bei Regen.

Der erste Frost kam, der erste Schnee und im Wald wurde es ganz still. Und ich schwamm noch immer. Durch den Schnee, durch das Eis ….

Und jetzt, wird es wieder grün Drumherum. Der Wald ist wieder voller Vogelgesang. Blumen und Bäume blühen. Selbst im See sieht man jetzt, dass die Wasserpflanzen wieder ausschlagen. Man hört und sieht Frösche und wenn man nur lange genug drin ist, sieht man überall, wie sich das Leben wieder nach vorne drängelt und wie es gewinnt – jeden Tag ein bisschen mehr. Und das alles so hautnah miterleben zu dürfen – einfach unbeschreiblich.

Das alles ging mir heute durch den Kopf, als ich auf dem Weg zum See war – und ich war einfach nur unglaublich dankbar und demütig und glücklich.

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. oh wie schön … das macht Spaß das zu lesen….

    Zum Rübergucken stand ich ja schon mal in Gibraltar und auch in Tarifa,
    und es zuckte jedesmal, ob ich so einen großen Traum zulassen sollte… 😉 …
    Du hast es getan!
    Viel Glück bei Deinem großen Vorhaben!

  2. Hallo Anna Habe soeben den Artikel in der SZ gelesen über dein vorhaben WOW da hast du ja was vor !! Ich selbst bin in der Gruppe Besi and Friends letztes Jahr mit Ms kranken Dialyse Patienten von Frankfurt nach Barcelona mit dem Rennrad gefahren 1800 km 25000 Höhenmeter war das grösste Erlebniss meines Lebens . Wollte dir nur sagen das man alles erreichen kann und werde Dir die Daumen drücken und es weiter verfolgen und natürlich auch was spenden . Habe den Artikel aus der SZ auf unsere Face Seite gesellt Besi and Friends hoffe es ist Dir recht Kannst gern mal auf unsere Internet Seite schauen WWW Rad statt Rollstuhl . Vieleicht lernen wir uns ja mal Persönlich kennen VIel Glück du schaffst das VG Alexander

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